Stromausfall

Es waren nur 15 Minuten. Sie begannen damit, dass das Licht über dem Esstisch ausging, der Laptop von der Stromunterstützung auf den Akkubetrieb wechselte, das Kontrolllicht am WLAN-Verstärker erlosch – Stromausfall. Na, macht ja nichts, wird schon bald vorbei sein. Dann machen wir eben, was sowieso vorgesehen war. Das elektrische Rasieren klappt dank Akkugerät gut, der Gang in den Keller wird schon schwieriger, das Licht versagt ja seinen Dienst. Im Radio hören, wer alles vom Blackout betroffen ist? Auch der Nachrichtenspender hat natürlich keinen Saft, das Handy hilft bestimmt weiter. Doch das muss erst mal vom WLAN-Betrieb auf online umgestellt werden. Die Lichtschalter reagieren auf das Drücken weiterhin nicht; dann machen wir eben einen Kaffee. Ohne Strom? Ähm. Prima, nutzen wir die Zeit, um das ins Auge gefasste Buch endlich anzufangen. Gemütlich auf die Couch gesetzt, diese per Knopfdruck in Liegeposition gebracht… Der Effekt ist derselbe wie bei Licht, Radio, Kaffee.

Ein paar Minuten nur, doch diese reichen, um die Abhängigkeit von der Elektrizität drastisch vor Augen zu führen. Und das Kopfkarussell beginnt sich zu drehen, um Energiegewinnung, Umweltschutz, Ressourcen. Scheinbar Selbstverständliches ist gar nicht so selbstverständlich. Darauf einen frisch gebrauten Kaffee, denn der Ladekontrollton am mobilen Telefon hat gepiepst. Der Strom fließt wieder.

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